Wichtigste Themen

Während der 3. Überprüfungskonferenz wurde das Rollenverständnis der Behörde und der Betreiber und die Definition der Verantwortung des Genehmigungsinhabers diskutiert. Eine Podiumsdiskussion zeigte auf, dass tatsächlich wahrgenommene Führungsverantwortung des Betreibers wesentliche Beiträge und Impulse zur Gewährleistung der nuklearen Sicherheit leisten kann. Es wurde betont, dass in Zukunft ein offener Dialog zwischen Behörde und Industrie benötigt wird. Die in den vorherigen beiden Überprüfungskonferenzen angestoßene Diskussion zur Deregulierung des Energiemarktes und den damit verbundenen Veränderungen, zu neuen Strukturen in den Besitzverhältnissen von Kernkraftwerken und dem hieraus resultierenden wirtschaftlichem Druck auf die Betreiber wurde fortgesetzt. Die Überprüfungskonferenz befasste sich auch mit der Frage zur Transparenz des Überprüfungsmechanismus, insbesondere dem Konflikt zwischen der Vertraulichkeit der Rapporteursberichte und der notwendigen schriftlichen Festlegung und Verteilung der Diskussionsergebnisse.

Beispielhaft wurde das System zum Wissensmanagement der deutschen Behörde hervorgehoben. Für Deutschland wurden als Herausforderungen die Reform der Atomverwaltung, der Abschluss der Implementierung von Sicherheitsmanagementsystemen in allen Anlagen und die Verpflichtung des Betreibers, bei begründeten Zweifeln an der Sicherheit der Anlage diese abzuschalten, gesehen.

Wesentliche Ergebnisse

Es wurde beschlossen, dass schriftliche Fragen in Zukunft über ein Internetportal eingereicht werden sollen. Nach der Ratifizierung der Konvention hätte Indien lediglich ein Beobachterstatus bei den Plenarsitzungen zugestanden, dennoch stimmte das Plenum einstimmig für eine aktive Teilnahme Indiens. Es wurden einige Vorschläge zur Verbesserung des Überprüfungsprozesses verabschiedet, unter anderem eine Resolution zur Nutzung der IAEA Safety Standards im Review Prozess, eine Resolution zur Weiterentwicklung des Code of Conduct on the Safety of Research Reactors und die Thematisierung der Schnittstelle zwischen Sicherheit und Sicherung. Als zukünftige Herausforderungen wurden das zunehmende Alter der sich in Betrieb befindenden Reaktoren, die Deregulierung auf dem Energiemarkt und damit einhergehend Veränderungen in den Eigentumsverhältnissen von Kernkraftwerken und der aufkommende wirtschaftliche Druck auf die Genehmigungsinhaber, das Wissensmanagement, ein offener Dialog zwischen Behörde und Betreiber sowie die Sicherheitskultur und das Sicherheitsmanagement gesehen. Folgende Themen sollten auf der 4. Überprüfungskonferenz vertieft behandelt werden: Sicherheitsmanagement, Qualitätsmanagement und Kompetenzerhalt der Behörde, Berücksichtigung menschlicher Faktoren bei der Ereignisanalyse, Dosisreduzierung, risikoorientierte Entscheidungsfindung, PSA-Ergebnisse, internationaler Austausch von Betriebserfahrungen und anlageninterner Notfallschutz.

Datum
11. - 22. April 2005
Ort
Wien, Österreich
Anzahl der teilnehmenden Vertragsparteien50
Bericht der BundesregierungPDF
Schlussbericht (Englisch)PDF