Alle deutschen kernkraftbetreibenden Unternehmen haben sich in Managementgrundsätzen oder Unternehmensleitlinien zum Vorrang der Sicherheit der Anlagen vor anderen Unternehmenszielen bekannt. Unternehmensspezifische Zielsetzungen zielen beispielsweise darauf, dass

  • die Sicherheit der Anlage höchste Priorität hat,
  • sicherheitsrelevante Abläufe kritisch hinterfragt, überwacht und weiterentwickelt werden,
  • das erreichte technische Sicherheitsniveau und der genehmigungsgerechte Zustand der Anlagen durch geeignete Überwachungs- und Instandhaltungskonzepte erhalten und weiterentwickelt werden sowie
  • ein zeitnaher und umfassender Erfahrungsaustausch über sicherheitsrelevante
    Ereignisse oder Erkenntnisse stattfindet.

Der Genehmigungsinhaber hat die Erfüllung der sich aus der "Richtlinie für den Fachkundenachweis von Kernkraftwerkspersonal" ergebenden Anforderungen an die Fachkunde des verantwortlichen Kraftwerkspersonals gegenüber der zuständigen atomrechtliche Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde nachzuweisen.

Die Genehmigungsinhaber haben sich als Mitglieder in der WANO (World Association of Nuclear Operators) die Selbstverpflichtung auferlegt, in ihren Anlagen Sicherheitsüberprüfungen (Peer Reviews) durchführen zu lassen. Im Rahmen dieser Reviews werden die sicherheitsrelevanten Prozesse auf gegenseitiger Basis von internationalen Experten untersucht und bewertet. Die Reviews dienen auch dazu, "Bestmögliche Praxis" (best practice) für Betriebs- und Managementprozesse aus anderen Kernanlagen zu erkennen sowie das grundlegende Anlagenkonzept bei der Bewertung der betrieblichen Erfahrungen berücksichtigen zu können. Das Ziel ist eine Leistungsverbesserung des Betriebs in Bezug auf Zuverlässigkeit und Sicherheit.