Im Rahmen des Katastrophenschutzes werden Kriterien zur Entscheidung über Schutzmaßnahmen festgelegt. So sollen die individuelle Strahlendosis beschränkt und Spätwirkungen von Strahlung minimiert werden.

In den Radiologischen Grundlagen sind die Eingreifrichtwerte für die Maßnahmen des Katastrophenschutzes beschrieben. Gemäß § 94 StrlSchG werden die Dosiswerte vom BMU durch Rechtsverordnungen festgelegt werden.

Tabelle Eingreifrichtwerte für Schutzmaßnahmen in Deutschland
MaßnahmeEingreifrichtwerte
Organdosis (Schilddrüse)Effektive DosisIntegrationszeiten und Expositionspfade
Aufenthalt in Gebäuden-10 mSvÄußere Exposition in 7 Tagen und effektive Folgedosis durch die in diesem Zeitraum inhalierten Radionuklide bei unterstelltem Daueraufenthalt im Freien
Einnahme von Jodtabletten50 mSv
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schwangere

250 mSv
Personen von 18 bis 45 Jahren
-Organ-Folgedosis durch im Zeitraum von 7 Tagen inhaliertes Radioiod bei unterstelltem Daueraufenthalt im Freien
Evakuierung-100 mSvÄußere Exposition in 7 Tagen und effektive Folgedosis durch in diesem Zeitraum inhalierten Radionuklide bei unterstelltem Daueraufenthalt im Freien

Schutz der Einsatzkräfte bei Notfalleinsätzen (§ 114 StrlSchG)

Bei den Notfalleinsätzen ist durch dem jeweiligen Einsatzzweck angemessene Schutz- und Überwachungsmaßnahmen anzustreben, dass die Exposition von Einsatzkräften in dieser Expositionssituation unterhalb der Referenzwerte bleibt, wie unter Berücksichtigung aller Umstände des Notfalls angemessen. Grundsätzlich sollen die Werte, die als Grenzwerte in geplanten Expositionssituationen in § 55 der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) festgelegt sind, als Referenzwerte genutzt werden. Für die effektive Dosis sind dies 20 Millisievert, für die Organ-Äquivalentdosis der Augenlinse 150 Millisievert und für die Organ-Äquivalentdosis von Haut, Hand, Fuß, Unterarm, Knöchel jeweils 500 Millisievert. Die Summe der Dosen aus allen Einsätzen in der Notfallexpositionssituation ist mit den Referenzwerten zu vergleichen. Auch die Expositionen von Einsatzkräften gelten als berufliche Exposition (§ 3 Absatz 2 Nummer 31 StrlSchV).

Sofern der Einsatz dem Schutz des Lebens oder der Gesundheit dient und einer der oben genannten Referenzwerte auch durch angemessene Schutz- und Überwachungsmaßnahmen nicht eingehalten werden kann, ist anzustreben, dass die Exposition der Einsatzkräfte den Referenzwert für die effektive Dosis von 100 Millisievert nicht überschreitet (im Ausnahmefall sind bei Freiwilligen 250 Millisievert beziehungsweise 500 Millisievert möglich). Einsatzkräfte, die bei einem Notfall bereits eine effektive Dosis von mehr als 250 Millisievert erhalten haben oder bei denen der Grenzwert der Berufslebensdosis von 400 Millisievert nach § 56 StrlSchV erreicht ist, sollen nach Möglichkeit in den oben genannten Ausnahmefällen nicht wieder eingesetzt werden.

Die Einsatzkräfte müssen vor dem jeweiligen Einsatz über die mit ihm verbundenen gesundheitlichen Risiken und die zu treffenden Schutz- und Überwachungsmaßnahmen angemessen unterrichtet werden. Schwangere und Personen unter 18 Jahren dürfen in solchen Situationen nicht eingesetzt werden.